Behandlung von Phytophtora an Bäumen

Gegen Phytophtora kann mit zwei Methoden angegangen werden: Auf chemische Weise mit Kaliumphosphit und auf biologische mit dem antagonistischen Bodenpilz Trichoderma.

1. Trichoderma - der träge Gegenspieler
Gleich vorne weg: Bei akutem Befall ist mit Trichoderma nicht viel zu machen! Allerdings halte ich Trichoderma für eine gute Profilaxe.
Trichoderma ist ein auch natürlich vorkommender Bodenpilz, der sich von anderen Bodenpilzen ernährt. Dabei ist Trichoderma nicht sonderlich aktiv, sondern `lauert´ im Boden auf vorüber wachsende Nahrung. Damit die Trichoderma wirken kann, sollte der Boden damit schon im Vorfeld gleichmäßig geimpft sein. Nicht selten werden darum mit Trichoderma-Stämmen (zB Trichoderma atrobrunneum) geimpfte Stadtbaumsubstrate verwendet. Zur dauerhaften Besiedelung von Pflanzensubstraten mit Trichoderma-Stämmen eignet sich Pflanzenkohle besonders gut (Ribera et al., 2017). Grade auf belasteten Standorten sollte bei Neupflanzungen, nicht nur von Bäumen, Trichoderma beimpfte Substrate verwendet werden. Bisher nur bei Anfrage, aber vielleicht auch demnächst dauerhaft erhält man bei www.klimafarmer.de eine Pflanzenerde die mit Trichoderma beimpfte Pflanzenkohle enthält.

2. Kaliumphosphit (Kaliumphosphat) - wirkungsvoll aber nicht wirklich legal
Mit Kaliumphosphit-Injektionen wurde schon in den 70er und 80er Jahren von der Tintenkrankheit (Phytophtora cinnamomi) befallenen Esskastanien (Castanea sativa) erfolgreich behandelt. Auch heutzutage werden mit Phytophtora infizierte Avocado-Bäume mit Kaliumphosphit-Injektionen geheilt. Einfacher ist es das Kalium-Phosphit gleich auf die Borke aufzutragen. Auch so wird das wirksame Phosphit von der Pflanze aufgenommen. In dieser Form steht der Phosphor der Pflanze nicht als Nährelement zur Verfügung, wird aber ähnlich gut aufgenommen und verteilt sich schnell und sicher in der Pflanze. So erreicht das Phosphit mit dem Phloemsaft auch die Wurzel, wo die Phytophtora die Bäume schädigt. Hier hemmt es die weitere Vermehrung vieler Phytophtora-Arten.
Die Anwendung ist simpel. Zunächst wird die Borke des befallenen Baums mit klarem Wasser und Bürste oder sehr vorsichtig (um die Rinde nicht zu verletzen) mit dem Hochdruckreiniger vom Wurzelhals bis auf zwei bis drei Meter Höhe von Algen, Flechten, Moos und Schmutz gereinigt. Nachdem die gesäuberten Flächen abgetrocknet sind, wird eine hochkonzentrierte Kaliumphosphitlösung (1:6) inklusive eines Haftmittels aufgetragen. Es empfiehlt sich die Behandlung, jetzt ohne Säuberung, nach zwei Wochen und dann jährlich zu wiederholen.
Bisher gilt Kaliumphosphit noch als Dünger und man könnte - naja - diese Behandlung als `Düngung´ deklarieren. Legal ist dies allerdings nicht wirklich. Es wäre zu wünschen, dass es gegen Phytophtora an Einzelbäumen eine genehmigte Anwendung gäbe - zumindest eine Genehmigung im Einzelfall nach § 22 Pflanzenschutzgesetz.

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